Über mich
Von der Tierliebe zum Filzen – mein Weg
Mein Name ist Christiane und Tiere begleiten mich schon ein Leben lang. Hier erzähle ich, wie aus einer lebenslangen Faszination für Tiere die Leidenschaft für das Nadelfilzen wurde.
Ein Leben mit Tieren
Ich bin erst sehr spät zum Filzen gekommen – Tiere haben mich hingegen schon immer fasziniert. So habe ich mich schon in meiner Kindheit immer mit Tieren umgeben: Da gab es so viele kleine Marienkäfer auf einem wilden Feld, die bei mir ein vorübergehendes Zuhause in einer mit Blattgrün angefüllten Streichholzschachtel fanden; ein Wellensittich zog ein, Fische in einem Aquarium wurde ich nicht müde zu beobachten, zwei kleine Wasserschildkröten fütterte ich aus der Hand; schließlich zog mein erster Hund in unsere Wohnung, als ich 12 Jahre alt war.
Dann kamen Jahre ohne Tiere, in denen ich verschiedene Ausbildungen machte und weder Zeit noch Raum für Tiere blieb. Erst später im fortgeschrittenen Erwachsenenalter und als meine drei Kinder noch klein waren, erfüllte ich mir den Traum von einem Leben auf einem alten Restbauernhof, in dem Platz für einige Tiere war. Ich wollte auch meinen Kindern vermitteln, wie schön es ist, mit Tieren aufzuwachsen. So gab es bei uns zwei Schafe, Enten, Hühner, Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen, mit denen wir das Leben teilten.
Als meine Kinder älter waren, zog ich der Arbeit wegen wieder in die Stadt. Die „Artenvielfalt" meiner Tiere reduzierte sich schweren Herzens auf einen Kater, der mittlerweile gestorben ist und der uns 15 Jahre begleitet hatte. Nachdem auch mein Hund Loki gestorben war, ist mittlerweile wieder ein Hund – Baldur – an meiner Seite.
Wie das Filzen begann
Ich arbeitete zuletzt als Sprachförderkraft in einer Kita. In kleinen Projekten erarbeitete ich Sprachanlässe in Form der Darstellung von kleinen Geschichten – Geschichtensäckchen, Erzählschiene und ein von mir gestalteter Wichtelwald, der die Kinder nicht nur zum Staunen brachte, sondern sie auch zum Erzählen animierte.
Für eine Geschichte mit einem Hirten und seinen Schafen brauchte ich noch ein paar Schafe und so versuchte ich, mir eines mit der Nadel zu filzen. Naja, dieser Versuch gelang nicht so richtig und so suchte ich mir aus dem Internet Ideen, Tutorials und Vorlagen und wagte einen zweiten Versuch, der schon etwas besser gelang. Auf der Ideensuche stieß ich auch auf Fotos von realistisch aussehenden, gefilzten Tieren und war begeistert von der Lebendigkeit des Aussehens.
Von einer Arbeitskollegin bekam ich Filzwolle geschenkt, die sie nicht mehr brauchte und bald kaufte ich mir Wolle in allen Farben und Ausführungen. Der Geruch von Wolle erinnert mich stets an die Zeit mit meinen eigenen Schafen und ich brauche nur meine Nase tief in die Filzwolle zu tauchen, um ein wohliges und schönes Gefühl aufkommen zu lassen. Der Geruch, die Leichtigkeit der Fasern in meinen Händen und die Möglichkeiten, sie zu verarbeiten, weckten meine Kreativität und meine Leidenschaft für dieses Hobby.
So übte ich weiter an den Techniken des Filzens, versuchte mich an einem Kamel, das dann zu meiner eigenen Überraschung auch schon ganz nach einem Kamel aussah. Das Ganze ist noch nicht so lange her. Mittlerweile habe ich mich an das Filzen von Vögeln herangewagt, deren Federn eine ganz besondere Herausforderung darstellen. Das Experimentieren mit verschiedenen Materialien, die in Verbindung mit Filzwolle etwas Federartiges hervorbringen, war und ist sehr spannend und bereichernd. Ich bin sicher, es gibt noch viel zu entdecken und zu verbessern und ich freue mich sehr darauf.
Holz und Keramik
Eines Tages probierte ich aus, Keramik zu gießen. Das Gießpulver und eine Silikonform waren schnell besorgt und so legte ich los. Im Gegensatz zum Filzen ist das Gießen von Keramik relativ einfach. Es braucht ein wenig Übung und Erfahrung, wie man die Luftblasen aus der Gießmasse herausbekommt und die fest gewordenen Gegenstände aus der Form löst, ohne dass etwas abbricht. Die Formenauswahl ist schier unendlich groß, und so befinden sich nun schon Etliche in meinem Besitz.
Mit den Holzklötzchen verhielt es sich ähnlich, wie mit der Keramik - ich wollte es einfach einmal ausprobieren. Holz ist für mich ein "warmes" Material, dessen Farben, Strukturen und Maserungen mich faszinieren. Bei den fertigen Objekten stehen die ungleichmäßigen Maserungen und Farbschattierungen in Kontrast mit der geometrischen und geradlinigen Form der Klötzchen.
Ein Tier aus Filzwolle herzustellen ist sehr aufwändig und zeitintensiv. Es dauert, je nach Tier, von mehreren Stunden, bis hin zu Tagen oder Wochen. Um ein wenig Abwechslung hineinzubringen, lege ich zwischendurch meine Filznadel beiseite, gehe in meine Keramikwerkstatt um zu gießen, oder denke mir aus, was sich aus den Klötzchen Schönes gestalten lässt. Besonders viel Freude stellt sich bei mir ein, wenn ich alle drei Materialien in einem Projekt vereinen kann.